Kritiker


26. Juni 2019 – Aktuell:    Kritiker sind normalerweise unbeliebt und werden oft als Nörgler abgetan. Kritik kann aber außergewöhnlich vielfältig sein. Also sollte man hinhören und die Aussagen als eine der vielen möglichen Meinungen entgegennehmen. Es könnte sich darin ja die Wahrheit befinden …     (WG)



26. Juni 2019:

 
  1. 1
    Bedeutung: Urteil
  1. 2
    Bedeutung: Ablehnung
  2. 3
    Bedeutung: Auszeichnung
  3. 4
    Bedeutung: Rezension
  4. 5
    Bedeutung: Beurteilung
 

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  1. 6
    Bedeutung: Abhandlung
  2. 7
    Bedeutung: Klage
  3. 8
    Bedeutung: Einschätzung
  4. 9
    Bedeutung: Gutachten
  5. 10
    Bedeutung: Anspielung
  6. 11
    Bedeutung: Karikatur
  7. 12
    Bedeutung: Besprechung
  8. 13
    Bedeutung: Vorbehalt
  9. 14
    Bedeutung: Beleidigung
  10. 15
    Bedeutung: Beantwortung
  11. 16
    Bedeutung: Einwand
  12. 17
    Bedeutung: Kommentierung
  13. 18
    Bedeutung: Erwiderung
  14. 19
    Bedeutung: Missbilligung
  15. 20
    Bedeutung: Ermahnung
  16. 21
    Bedeutung: Tadel
  17. 22
    Bedeutung: Anpfiff
  18. 23
    Bedeutung: Gegenrede
  19. 24
    Bedeutung: Schelte
  20. 25
    Bedeutung: Bemängelung
  21. 26
    Bedeutung: Presseecho
  22. 27
    Bedeutung: Lästern
  23. 28
    Bedeutung: Beanstandung
  24. 29
    Bedeutung: Kritik
  25. 30
    Bedeutung: Ansicht
  26. 31
    Bedeutung: Jammerei
  27. 32
    Bedeutung: Gejammere
  28. 33
    Bedeutung: Gemeckere
 
 

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… zum Thema:  aus Wikipedia, Stand: 13. Juni 2019, gekürzt:

Marcel Reich-Ranicki, 1920 – 2013

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Marcel Reich-Ranicki (2009)
Marcel Reich-Ranicki, Signatur 1999

Marcel Reich-Ranicki [maʁˈsɛl ˌʁaɪ̯ç ʁaˈnɪʦki] (geboren am 2. Juni 1920 als Marceli Reich in Włocławek; gestorben am 18. September 2013 in Frankfurt am Main) war ein deutschpolnischer Autor und Publizist. Er gilt als einflussreichster deutschsprachiger Literaturkritiker seiner Zeit.

Reich-Ranicki war Überlebender des Warschauer Ghettos. 1958 siedelte er in die Bundesrepublik Deutschland über, wo er als Literaturkritiker zuerst bei der Wochenzeitung Die Zeit, dann bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung arbeitete. Er war ein maßgeblicher Kritiker in der Gruppe 47, Sprecher der Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises und Initiator der Literatursendung Das Literarische Quartett, die er von 1988 bis 2001 moderierte. Durch legendäre Fernsehauftritte wurde der in der Öffentlichkeit als „Literaturpapst“ bekannte Reich-Ranicki zudem ein Medienstar. Seine Memoiren Mein Leben (1999, Verfilmung 2009) erhöhten seine Popularität weiterhin.

Reich-Ranicki war verheiratet mit Teofila Reich-Ranicki und Vater des gemeinsamen Sohnes Andrew Ranicki.

 

Berliner Gedenktafel an seinem ehemaligen Wohnhaus, Güntzelstraße 53, in Berlin-Wilmersdorf

Marceli Reich wurde als drittes Kind des Fabrikbesitzers David Reich und dessen Frau Helene, geb. Auerbach, geboren. Er wuchs in einer assimilierten jüdischen deutsch-polnischen Mittelstandsfamilie auf. Seine älteren Geschwister waren Alexander Herbert Reich (1911–1943) und Gerda Reich (1907–2006). Die Mutter war Deutsche und kam sich in der polnischen Provinz Kujawiens verloren vor. Ihre große Sehnsucht war eine Rückkehr nach Berlin. Reich-Ranicki beschreibt sie als sehr liebevoll und zugleich „weltfremd“. Der Vater besaß eine kleine Fabrik für Baumaterialien. Er war aber im Kaufmannsberuf unglücklich und „vollkommen ungeeignet“. 1928 musste der Vater Insolvenz anmelden. Marceli Reich durfte als einziger seiner Geschwister die deutsche Schule von Włocławek (Leslau) besuchen.

 

Um ihm seine berufliche Zukunft nach dem geschäftlichen Ruin seines Vaters offenzuhalten, schickten ihn die Eltern zu wohlhabenden Verwandten nach Berlin, darunter ein Patentanwalt und ein Zahnarzt. Ab 1929 lebte Reich-Ranicki zunächst in Berlin-Charlottenburg, dann im Bayerischen Viertel in Berlin-Schöneberg. Dort besuchte er das Werner-Siemens-Realgymnasium, nach dessen Auflösung 1935 das Fichte-Gymnasium in Berlin-Wilmersdorf.

Während seine Schulkameraden an Schulausflügen, Sportfesten und nationalsozialistischen Schulversammlungen teilnahmen, war er davon ausgeschlossen. Stattdessen vertiefte er sich in die Lektüre der deutschen Klassiker und besuchte Theater, Konzerte und Opern. Besonders die Aufführungen Wilhelm Furtwänglers und Gustaf Gründgens’ waren ihm Trost und Halt in einer zunehmend restriktiver werdenden Umwelt. Als ihm bekannt wurde, dass sich Thomas Mann von der NS-Herrschaft öffentlich distanziert hatte, wurde dieser nicht nur in literarischer, sondern auch in moralischer Hinsicht sein Vorbild. Trotz vieler nationalsozialistisch orientierter Lehrer galt am Fichte-Gymnasium noch einige Zeit das Gebot der Gleichbehandlung der jüdischen Schüler; so konnte er 1938 noch sein Abitur machen. Sein Antrag auf Immatrikulation an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin wurde am 23. April 1938 wegen seiner jüdischen Abstammung abgelehnt.

 

Ende Oktober 1938 wurde er nach kurzer Abschiebehaft in der „Polenaktion“ zusammen mit etwa 17.000 polnischen und staatenlosen jüdischen Frauen, Männern und Kindern nach Polenausgewiesen. Er fuhr mit der Bahn nach Warschau, wo er niemanden kannte. Er musste die polnische Sprache neu erlernen und blieb ein Jahr arbeitslos. Am 1. September 1939 begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg, der seine Arbeitssuche abrupt beendete. Seine spätere Frau Teofila (Tosia) Langnas (12. März 1920 – 29. April 2011) lernte er durch eine Tragödie kennen: Ihre Eltern wurden durch die deutsche Besatzungsmacht aus Łódź vertrieben und enteignet; aus Scham und Verzweiflung erhängte sich am 21. Januar 1940 in Warschau ihr Vater Paweł Langnas.[1] Reich-Ranickis Mutter, die im selben Haus wohnte, erfuhr von dem Unglück und schickte ihren Sohn dorthin, damit er sich um die Tochter kümmere.

 

2005 modellierte der Bildhauer Wolfgang Eckert den Literaturkritiker in dessen Wohnung. Bei der abgebildeten Porträtplastik handelt es sich um eine in Gips gegossene und anschließend kolorierte Plastik.

Im November 1940 wurde auch Reich-Ranicki zur Umsiedlung ins Warschauer Ghetto gezwungen. Er arbeitete bei dem von der Besatzungsbehördeeingesetzten Ältestenrat („Judenrat“) als Übersetzer und schrieb unter dem Autoren-Pseudonym Wiktor Hart Konzertrezensionen in der zweimal wöchentlich erscheinenden Ghettozeitung Gazeta Żydowska (deutsch: „Jüdische Zeitung“). Gleichzeitig war er Mitarbeiter im Ghetto-Untergrundarchiv des Emanuel Ringelblum. In dieser Zeit von Agonie und allgegenwärtigem Sterben machte er sich Überlebensmaßnahmen zu einer (später lebenslang beibehaltenen) Gewohnheit. In Gaststätten pflegte er seitdem immer mit Blickrichtung auf den Eingang zu sitzen; eine zweite Rasur am Nachmittag verringerte die Gefahr eines negativen Auffallens.

Am 22. Juli 1942 erschien SS-Sturmbannführer Hermann Höfle im Hauptgebäude des „Judenrats“, um die „Umsiedlung“ des Ghettos anzuordnen, die am selben Tag beginnen sollte. Zur Niederschrift der Bekanntgabe wurde Reich-Ranicki herangezogen. Von der Deportation – der Verbringung der Ghettobewohner ins Vernichtungslager Treblinka, wie sich herausstellen sollte – vorerst ausgenommen waren u. a. Beschäftigte des „Judenrats“ und ihre Ehefrauen. Zum Schutze seiner Lebensgefährtin Teofila Langnas arrangierte Reich-Ranicki daher die Eheschließung mit ihr noch am selben Tag durch einen im selben Haus beschäftigten Theologen.[2]

Der Deportation im Januar 1943 entkam das Ehepaar, indem es auf dem Weg zum Versammlungsplatz floh. Es lebte fortan versteckt. In dieser Zeit unterstützte Reich-Ranicki zusammen mit seiner Frau die Jüdische Kampforganisation (polnisch: Żydowska Organizacja Bojowa, kurz: ŻOB) bei der Beschaffung einer größeren Geldsumme aus der Kasse des „Judenrates“. Als Anerkennung bekamen sie einen kleinen Teil des Geldes; dieser sollte ihnen die Flucht aus dem Ghetto durch Bestechung der Grenzposten ermöglichen,[3] was am 3. Februar 1943 gelang. Sie fanden nach kurzen Zwischenverstecken für sechzehn Monate einen Unterschlupf bei der Familie des arbeitslosen Schriftsetzers Bolek Gawin und seiner Ehefrau Genia, wo sie bis September 1944 nach der deutschen Niederschlagung des Warschauer Aufstands und der Besetzung des rechten Weichselufers durch die Rote Armee ausharrten. Durch seine dramatische Nacherzählung von bedeutenden Romanen der deutschen und europäischen Literatur konnte sich Reich-Ranicki des unbeständigen, stets gefährdeten Mitleids seiner Helfer immer wieder aufs Neue versichern. Je besser er erzählte, desto höher waren auch seine Überlebenschancen. Das Um-sein-Leben-Erzählen wurde[4] auch von ihm selbst[5] als Scheherazade-Motiv bezeichnet. Den beiden Kindern der Familie Gawin halfen sie bei den Schularbeiten und den Eltern beim illegalen Herstellen von Zigaretten. Nach der Befreiung Polens von der NS-Herrschaft bat Gawin die beiden Überlebenden, nirgends zu erwähnen, dass sie mit seiner Hilfe die Besetzung Polens durch die Nazi-Truppen überlebt hatten, weil sich ihr Lebensretter wegen des in Polen verbreiteten Antisemitismus davor fürchtete, mit seiner Rettung von Juden ins Gerede zu kommen. Nach dem Krieg bedankten sich die Reich-Ranickis auch mit einer finanziellen Vergütung bei den Gawins. Bis zuletzt überwies das Ehepaar der Tochter Gawins hin und wieder etwas Geld.[6] Das Paar konnte auch eine Mappe mit Zeichnungen von Tosia Reich-Ranicki herausschmuggeln, die erst 1999 veröffentlicht wurden. Die Motive stammten aus dem Alltag des Ghettos und zeigten unter anderem bis auf die Knochen abgemagerte Kinder und prügelnde Nationalsozialisten.[7] Die Gedenkstätte Yad Vashem verlieh der Familie Gawin, die von 1943 bis 1944 das Ehepaar Reich-Ranicki bei sich versteckt hatte, auf Gerhard Gnaucks Antrag 2006 die Auszeichnung „Gerechter unter den Völkern“.

 

Reich-Ranickis Eltern, Helene und David Reich, wurden in den Gaskammern von Treblinka ermordet. Sein Bruder Alexander Herbert Reich wurde am 4. November 1943 im Kriegsgefangenen- und Arbeitslager Poniatowa bei Lublin erschossen. Seiner Schwester Gerda war es mit ihrem Mann Gerhard Böhm bereits 1939 gelungen, nach London zu fliehen, wo sie 2006 im Alter von 99 Jahren starb.

 

Ende 1944 begann Reich-Ranicki bei der polnischen kommunistischen Geheimpolizei UB (Urząd Bezpieczeństwa) zu arbeiten, zunächst im noch deutschen Schlesien, wo er die Zensurorganisierte,[8][9][10] und danach als Einsatzleiter, im Range eines Hauptmanns, für den polnischen Auslandsnachrichtendienst (MBP) der gegen Großbritannien gerichteten Spionage. 1948 wurde er Vize-Konsul und nahm den Namen „Marceli Ranicki“ an, da sein Familienname „Reich“ zu sehr an die Deutschen erinnerte. Er wurde als Resident an die polnische Botschaft in Londonentsandt, wo er vor allem für Informationsbeschaffung zuständig war. In London hatte zu der Zeit auch die demokratisch gewählte polnische Exilregierung, mit nur noch geringer internationaler Anerkennung, ihren Sitz.

Gleichwohl galt Reich-Ranicki bei seinen Kollegen als „Intelligenzler“, mitunter auch als arrogant, und stieß auf entsprechend viele Vorbehalte. Schließlich hatte Reich-Ranicki in London eigenmächtig seinem Schwager ein Visum ausgestellt, ohne seine Vorgesetzten um Erlaubnis zu fragen. Sein Sohn Andrzej Alexander wurde am 30. Dezember 1948 geboren. Ende 1949 wurde er aus London abberufen und kehrte nach Warschau zurück. Trotz seiner Verdienste in der Geheimpolizei – er erhielt unter anderem zwei hohe zivile Orden 1946 und 1948 die „Medaille des Sieges und der Freiheit“[11] – endete seine Karriere abrupt. Der Geheimdienst und das Außenministerium entließen ihn Anfang 1950. Wegen „ideologischer Entfremdung“ schloss ihn die kommunistische Polnische Vereinigte Arbeiterpartei aus. Einige Wochen verbrachte er in Einzelhaft im Gefängnis, auch im Rahmen der ostblockweiten stalinistischen Aktion gegen „wurzellose Kosmopoliten“ und „zionistische Spionage“, die unter Jakub Berman in Polen nur sehr eingeschränkt durchgeführt wurde.[12] Seinen späteren Anträgen auf Wiedereintritt in den polnischen Geheimdienst und Rehabilitation innerhalb der kommunistischen Partei wurde 1957 stattgegeben, entsprechend der Akteneinsicht des Journalisten Gerhard Gnauck der deutschen Tageszeitung Die Welt in die Personalakten des Ministeriums für öffentliche Sicherheit (MBP). Reich-Ranicki äußerte jedoch dazu, den Brief nie erhalten zu haben.[13]

Aus dem Gefängnis entlassen, wandte er sich der Literatur zu und wurde Lektor für deutsche Literatur in einem großen Warschauer Verlag. Schon ab Ende 1951 begann er, als freier Schriftsteller zu arbeiten. Doch Anfang 1953 erteilten ihm die polnischen Behörden ein Publikationsverbot, das bis Ende 1954 in Kraft blieb. Er wurde 1955 Mitarbeiter des polnischen staatlichen Rundfunks, bei dem auch seine Frau arbeitete, und publizierte in Zeitungen, auch beim Zentralorgan der Kommunistischen Partei Trybuna Ludu.

Der Journalist Tilman Jens, ein Sohn des bis dahin mit Reich-Ranicki jahrzehntelang befreundeten Philologen Walter Jens, beschuldigte Reich-Ranicki am 29. Mai 1994 in der WDR-Sendung Kulturweltspiegel, dass er während seiner Tätigkeit für den polnischen kommunistischen Geheimdienst regimekritische Exilpolen unter falschen Vorwänden „in ihre Heimat zurückgelockt“ habe.[14] Einige dieser Emigranten seien daraufhin vom polnischen Regime zum Tode verurteilt worden.[15] In seinen Repliken, die er in seiner Biografie abschließend ausführte, widersprach Reich-Ranicki selbst den „völlig erlogenen“ Unterstellungen der Beihilfe zum Mord. Sein weitgehendes Schweigen über seine geheimdienstliche Tätigkeit sei auf eine Schweigeverpflichtung zurückzuführen, bei deren Bruch ihm „schärfste“ Konsequenzen angedroht worden waren. Vielmehr hielt er seine „Arbeit für den Geheimdienst für belanglos und überflüssig“,[15] doch habe er dies wegen der privilegierten und interessanten Lebensverhältnisse in Kauf genommen. Auch der Historiker Andrzej Paczkowski widersprach Jens; es gebe keine Belege dafür, „dass Reich während seiner Londoner Zeit daran mitgewirkt hat, Exilpolen in eine Falle zu locken“.[14] 2004 versöhnte sich Reich-Ranicki wieder mit Walter Jens, nur kurze Zeit vor dessen Demenzerkrankung.

 

Nachdem für ihn in der Schweiz weder eine Arbeits- noch eine Niederlassungsbewilligung zu bekommen war,[16] blieb Reich-Ranicki nach einer Studienfahrt in die Bundesrepublik Deutschland am 21. Juli 1958 in Frankfurt am Main. Seine Frau war zuvor mit dem Sohn Andrzej in den Urlaub nach London gefahren, um eine Ausreise der gesamten Familie in bürokratischer Hinsicht zu erleichtern.[17] Ab August 1958 arbeitete er als Literaturkritiker im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Der Feuilletonchef der FAZ, Hans Schwab-Felisch, schlug ihm vor, den Doppelnamen „Reich-Ranicki“ zu verwenden, was er ohne zu zögern tat.[18] Mitglieder der Gruppe 47, Siegfried Lenz und Wolfgang Koeppen, halfen ihm unter anderem, indem sie ihn ihre Bücher rezensieren ließen. Der Leiter der Literaturredaktion der FAZ, Friedrich Sieburg, setzte bald jedoch Reich-Ranickis Ausscheiden aus der Redaktion durch. Ende 1959 zog Reich-Ranicki mit seiner Frau nach Hamburg-Niendorf. Den bei seiner Schwester Gerda in London gelassenen Sohn Andrzej/Andrew holte er nach Hamburg, wo er in die Internationale Schule gehen konnte. Von 1960 bis 1973 war Reich-Ranicki Literaturkritiker der Hamburger Wochenzeitung Die Zeit. Er hatte dort schon sehr früh das Recht auf Auswahl der Bücher, die er besprechen wollte, durchgesetzt, wurde aber andererseits niemals zur Teilnahme an den Redaktionskonferenzen eingeladen.

In Hamburg machte er die Bekanntschaft des NDR-Redakteurs Joachim Fest. Als dieser 1973 Mitherausgeber der FAZ wurde, erhielt Reich-Ranicki die Leitung der Literaturredaktion dieser Zeitung. Ab 1986 belastete der von Fest eingeleitete Historikerstreit immer mehr ihr Verhältnis. Bis zum offiziellen Arbeitsende 1988 hatte Reich-Ranicki die Freiheit, alle Autoren, gleich welcher politischen Couleur, im Feuilleton der FAZ zu drucken. Dabei entwickelte er insbesondere ein Engagement für seine favorisierten Autoren, die er mit nie nachlassender Aufmerksamkeit bedachte. Literarische Verdienste erwarb er sich durch die Redaktion der von ihm begründeten Frankfurter Anthologie, in der bis heute bereits über 1500 Gedichte deutschsprachiger Autorinnen und Autoren mit Interpretationen versammelt sind. Daneben hat er beständig über Jahrzehnte hinweg das Projekt einer Auslese der seiner Meinung nach besten Werke der deutschsprachigen Belletristik vorangetrieben. In der Wochenzeitschrift Der Spiegel[19] stellte Reich-Ranicki am 18. Juni 2001 unter dem Titel Kanon lesenswerter deutschsprachiger Werke sein Opus Magnum zu diesem Lebensthema vor. Die Anthologien sind unterteilt in „Romane“, „Essays“, „Dramen“, „Erzählungen“ und „Gedichte“, enthalten aber auch die Empfehlung, manches nur im Auszug zu lesen.[20]

Reich-Ranicki setzte sich für eine klar verständliche Literaturkritik ein. Seine Devise, so Frank Schirrmacher, lautete: „Klarheit, keine Fremdworte, leidenschaftliches Urteil“. Sein Anliegen war es, über die Fachwelt hinaus für Literatur zu begeistern.[21]

Gemeinsam mit anderen Literaturfreunden initiierte er 1977 den Ingeborg-Bachmann-Preis, der rasch zu einem der bedeutendsten deutschsprachigen Literaturwettbewerbe und -preise wurde.

 

 

Wandbild an einer Buchhandlung

Vom 25. März 1988 bis zum 14. Dezember 2001 leitete Reich-Ranicki die Sendung Das Literarische Quartett im ZDF, mit der er bei einem größeren Publikum einen hohen Bekanntheitsgrad erlangte. Die Sendung zeichnete sich durch eine lebhafte und kontroverse Diskussionskultur aus. In Fachkreisen war er auch vor dieser Sendung längst als „Literaturpapst“ bekannt und galt als der einflussreichste deutschsprachige Literaturkritiker der Gegenwart.[22][23][24] Sein Einfluss durch das Literarische Quartett steht im Mittelpunkt des Schlüsselromans Tod eines Kritikers von Martin Walser.

Reich-Ranicki wurde auch über die Literaturszene hinaus populär. So kannten nach einer Umfrage im Jahr 2010 98 Prozent der deutschen Bevölkerung seinen Namen.[25]

In der Folge fand auch Reich-Ranickis Leben unter seinem zeitgeschichtlichen Aspekt (Verfolgung und Überleben als Jude, Verhältnis zum polnischen Regime) großes öffentliches Interesse in Film und Fernsehen. Seine Autobiografie wurde verfilmt, und im Deutschen Bundestag hielt er 2012 als Zeitzeuge die Hauptrede zum Holocaustgedenktag.

 

Auf Antrag der „Freunde der Universität Tel Aviv“ in Deutschland aus dem Jahre 2006 entstand 2007 an der Universität Tel Aviv der Marcel-Reich-Ranicki-Lehrstuhl für Deutsche Literatur: „… in historischer Last ein markantes Zeichen für die wissenschaftlichen Beziehungen. Marcel Reich-Ranicki, der unter der Brutalität und Menschenverachtung der Nazis so unendlich viel erleiden musste, symbolisiert den geistigen Austausch von Wissenschaftlern“.[26][27] Die Germanistin und Autorin Ruth Klüger sollte mit dem Thema „Jüdische Autorinnen in der deutschsprachigen Literatur“ im Mai 2009 erste Gastprofessorin des neuen Lehrstuhls werden, lehnte aber ab, da organisatorische Fragen ungeklärt waren.

 

Am 5. Juli 2010 wurde in seinem Beisein eine „Arbeitsstelle Marcel Reich-Ranicki für Literaturkritik in Deutschland“ an der Philipps-Universität Marburg eröffnet.[28] Die Einrichtung wurde von Thomas Anz initiiert und archiviert alle Zeitungsartikel, die der Literaturkritiker gesammelt und veröffentlicht hat. Sie besitzt den Vorlass seiner Bibliothek sowie weitere Werke und Materialien, die Reich-Ranicki der Universität überlassen hat. Die Arbeitsstelle bildet einen Teil des Forschungsschwerpunkts Literaturvermittlung in den Medien.[29]

 

1968 und 1969 lehrte er an amerikanischen Universitäten, 1971 bis 1975 hatte er eine Gastprofessur in Stockholm und Uppsala inne. 1974 erhielt er die Stelle eines Honorarprofessors an der Eberhard Karls Universität Tübingen, 1990 die Heinrich-Heine-Gastprofessur an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und 1991 die Heinrich-Hertz-Gastprofessur der Universität Karlsruhe.

Am 27. Januar 2012 schilderte Reich-Ranicki als zur Gedenkstunde zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag eingeladener Hauptredner, wie er im Warschauer Ghetto den ersten Tag der Deportationen ins Vernichtungslager Treblinka als Übersetzer des „Judenrats“ erlebte.[30] Das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen würdigte den Vortrag mit der Auszeichnung „Rede des Jahres“.[31][2]

 

Reich-Ranicki lebte zuletzt in Frankfurt-Dornbusch. Seine Frau Teofila starb am 29. April 2011 im Alter von 91 Jahren.[32] Sein Sohn Andrzej (später Andrew Alexander Ranicki) war Professor für Mathematik (Topologie) an der Universität Edinburgh. Der britische Maler Frank Auerbach ist Reich-Ranickis Cousin.

Zu Beginn seiner Autobiographie thematisiert Reich-Ranicki, dass er „kein eigenes Land, keine Heimat und kein Vaterland“ hat. Seine Heimat sei im Letzten die Literatur gewesen.[33]

Reich-Ranicki war Atheist. In einer Fernsehdokumentation des Jahres 2006 erklärte er: „Gott ist eine literarische Erfindung. Es gibt keinen Gott. (…) Ich kenne keinen. Hab ihn nie gekannt. Nie in meinen Leben!“[34] Religion beschrieb er als „eine Brille, die den Blick auf die Wirklichkeit trübt, die bittere Realitäten hinter einem milden Schleier verschwinden lässt.“[35]

 

 

Urnengrab, 2016 auf dem Frankfurter Hauptfriedhof

Am 4. März 2013 gab Reich-Ranicki bekannt, an Krebs erkrankt zu sein.[36] Er starb am 18. September desselben Jahres im Alter von 93 Jahren in einem Pflegeheim in Frankfurt am Main.[37][38]

Am 26. September 2013 fand für Familie, Freunde und Weggefährten eine Trauerfeier auf dem Frankfurter Hauptfriedhof statt. An ihr nahmen zahlreiche Gäste teil. Bundespräsident Joachim Gauck legte einen Kranz nieder, Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hielt eine Ansprache und auch Fernseh-Entertainer Thomas Gottschalk sprach am Sarg Reich-Ranickis. Anwesend waren weiterhin der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Mainund Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Salomon Korn sowie Oberbürgermeister Peter Feldmann und die ehemalige Oberbürgermeisterin Petra Roth.[39] Das Grab Marcel Reich-Ranickis und seiner Frau befindet sich auf dem Frankfurter Hauptfriedhof (Urnenhain, Gewann XIV 34 UG).

 

 

Reich-Ranicki favorisierte eine realistische Literatur,[40] wie sie von Johann Wolfgang von Goethe, Theodor Fontane und Thomas Mann geschrieben wurde. Darüber hinaus schätzte er zwar die kanonischen Werke der Moderne, wie Döblins Berlin Alexanderplatz oder Kafkas Process,[41] doch erreichten sie nie die Wertschätzung, gar Bewunderung, die er Thomas Mann und dessen Werk entgegenbrachte. Andererseits scheute er sich nicht, Partei für junge Schriftsteller zu ergreifen; so bewunderte der oft als bürgerlicher Kritiker verstandene Reich-Ranicki das an der Literatur der Moderne angelehnte Werk Tauben im Gras von Wolfgang Koeppen. Die Bedeutung der Blechtrommel von Günter Grass erkannte er erst spät, dafür rezensierte er die Prosa Thomas Bernhards positiv, dessen Werke sich gerade durch den Einsatz des inneren Monologs und Bewusstseinsstroms auszeichnen.[42]

Der avantgardistischen Literatur stand er oft reserviert gegenüber und betonte, dass sich diese schnell überleben werde. Sein Kanon enthält weder den Dichter Hugo Ball noch dessen Karawane, ein Schlüsselgedicht des Dadaismus. Auch Hans Arp ist mit seinen eher traditionellen Gedichten enthalten, Kurt Schwitters Ursonate oder An Anna Blume mussten ausgerechnet einer parodistischen Ballade weichen. In seinem Essayband Sieben Wegbereiter akzeptierte er zwar die literarische Bedeutung der Avantgardisten Alfred Döblin und Robert Musil, vergaß aber dabei seine distanzierte Haltung zu ihnen nicht. Außer Berlin Alexanderplatz seien die Romane Döblins gänzlich unlesbar und Musil ein gescheiterter Erzähler,[43] dessen Hauptwerk Der Mann ohne Eigenschaften maßlos überschätzt worden sei.[44] Ein ähnliches Urteil galt Arno Schmidt.[45] Neuere Strömungen wie der Nouveau roman fanden ebenfalls nicht sein Gefallen.

In der deutschen Lyrik schätzte er besonders jene Dichter, die Intelligenz und Poesie zu vereinen wussten,[46] womit er die einseitige Seher- und Priesterrolle eines Hölderlin oder Rilke genauso ablehnte wie die radikalen Anhänger der engagierten Literatur. Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich Heine und Bertolt Brecht zählte er zu jenen Dichtern deutscher Sprache, denen diese Synthese vortrefflich gelungen sei. Auch hielt er wenig von einer feministischen Literaturwissenschaft oder dem Sozialistischen Realismus.[47]

Reich-Ranicki bewegte sich auch außerhalb der Hochliteratur. Er rezensierte Das Parfum von Patrick Süskind und bekannte sich dazu, einen Kriminalroman wie Der Richter und sein Henkergerne für den Ingeborg-Bachmann-Preis vorzuschlagen. Die Trivialliteratur fand indes nicht seine Anerkennung, doch zog er die Auseinandersetzung der pauschalen Abwertung vor: „Ich habe zu zeigen versucht, wie diese Romane gemacht sind und dass ihr Erfolg durchaus kein Zufall war.“[48] Von Genre-Literatur wie Science-Fiction und Fantasy hielt Reich-Ranicki wenig, ohne sich aber je umfassend mit ihr beschäftigt zu haben; insbesondere von der Science-Fiction glaubte er, dass ihre Vorzüge „mit Kunst nichts zu tun“ hätten.[49][50]

 

 

Die Blechtrommel kritisierte Reich-Ranicki zuerst als überdurchschnittliches, aber nicht bedeutendes Werk. Seine Rezension „Auf gut Glück getrommelt“[51] revidierte er 1963 unter dem Titel „Selbstkritik eines Kritikers“.[52] Die Novelle Katz und Maus sowie die Erzählung Das Treffen in Telgte erfuhren sein Lob, während die Romane Der Butt, Die Rättin und besonders Ein weites Feld scharf kritisiert wurden. Die Lyrik des Autors beurteilte er weitaus positiver als die sonstige Literaturkritik.

 

Reich-Ranicki protegierte Heinrich Böll, um ihn als Repräsentant der deutschen Nachkriegsliteratur gegen Gerd Gaiser durchzusetzen. Gerade konservative Literaturkritiker wie Hans Egon Holthusen und Friedrich Sieburg sahen im ehemaligen NSDAP-Mitglied Gaiser den führenden Literaten der BRD, wogegen Reich-Ranicki und Walter Jens anderer Auffassung waren. Ursprünglich betrachtete er Wolfgang Koeppen als bedeutendsten Romancier, doch dieser veröffentlichte nur spärlich. Während er literarisch die Romane Bölls für unbedeutend hielt, beurteilte er die Kurzgeschichten Der Mann mit den Messern, Wiedersehen in der Allee, Wanderer, kommst du nach Spa… sowie die satirische Erzählung Doktor Murkes gesammeltes Schweigenpositiv.[53]

 

Insgesamt bewertete er Martin Walsers Werk äußerst kritisch. Während er den Romanen mangelnde erzählerische Kraft vorwarf, schätzte Reich-Ranicki die Novelle Ein fliehendes Pferd als Walsers bedeutendstes Werk ein. Nach Walsers Schlüsselroman Tod eines Kritikers diagnostizierte der Kritiker den „totalen Zusammenbruch eines Schriftstellers“.[54]

 

Thomas Bernhard, Günter Grass und Wolfgang Koeppen galten dem Kritiker als die wichtigsten Prosa-Talente nach 1945.[55] Er definierte Bernhard als Außenseiter innerhalb der deutschen Literatur, dessen Romane und Erzählungen sich besonders sprachlich auszeichnen würden. Das dramatische Werk begriff er als „Halbfertikate“, deren Realisierung nur Claus Peymanngelungen sei.

 

Max Frischs Bedeutung lag nach Reich-Ranicki in der Prosa. Er sah die drei Romane Stiller, Homo faber und Mein Name sei Gantenbein sowie einzelne Passagen aus dem literarischen Tagebuch als größte schriftstellerische Leistung des Schweizers. Frischs Erzählung Montauk nahm er in seinen 20-bändigen Romankanon auf. Hingegen betrachtete er Friedrich DürrenmattsRomane als gelungene Unterhaltungsliteratur; mit Ausnahme der Erzählung Die Panne habe Dürrenmatt keine hochliterarische Prosa von Bedeutung geschaffen. Ranicki vertrat hier eine Mindermeinung innerhalb der deutschen Literaturkritik,[56] die Dürrenmatt einzig als Dramatiker verstanden wissen wollte. Reich-Ranicki befand die Dramen Der Besuch der alten Dame und Die Physiker als bedeutendste Werke des Autors, das erstere nahm er neben der Erzählung in seinen Kanon auf.

 

Reich-Ranicki urteilte über die österreichische Schriftstellerin: „Das literarische Talent der Elfriede Jelinek ist, um es vorsichtig auszudrücken, eher bescheiden. Ihre Dramen sind unaufführbar. Ein guter Roman ist ihr nie gelungen, beinahe alle sind mehr oder weniger banal oder oberflächlich.“[57]

Auch Peter Handke erfuhr eine negative Einschätzung. Reich-Ranicki wollte die Bedeutung Handkes allein auf sein Image reduziert wissen.[58] Dennoch nahm er Handkes Erzählung Das Umfallen der Kegel von einer bäuerlichen Kegelbahn in seinen Kanon auf.

 

Tauben im Gras war für Reich-Ranicki einer der größten Romane nach 1945. Er unterstützte Koeppen durch Aufträge und sammelte sogar Spenden.[59] Den Schweizer Hermann Burgerprotegierte er, ähnlich wie Ulla Hahn, sodass einige Kritiker ihm vorwarfen, es seien gänzlich Schöpfungen des Kritikers.[60] Reich-Ranicki hielt Ulla Hahn für die wichtigste Repräsentantin der Neuen Subjektivität, wogegen er Ingeborg Bachmann als bedeutendste Dichterin nach 1945 anerkannte.

 

 

Marcel Reich-Ranicki während der Börne-Preis-Feier 2007

Im Jahr 2006 entschied die Humboldt-Universität zu Berlin, Reich-Ranicki die Ehrendoktorwürde zu verleihen. Die Humboldt-Universität wolle sich damit als Rechtsnachfolgerin der Friedrich-Wilhelms-Universität, welche Reich-Ranicki das Studium aufgrund seiner jüdischen Religionszugehörigkeit verwehrt hatte, im Vorfeld ihres zweihundertjährigen Jubiläums zu ihrer historischen Verantwortung und Schuld bekennen, erklärte der Universitätspräsident. Die Verleihung fand am 16. Februar 2007 statt.[61]

Für sein Lebenswerk und seine Sendung Das Literarische Quartett sollte Reich-Ranicki am 11. Oktober 2008 der Deutsche Fernsehpreis verliehen werden. Unter spontanem Hinweis auf den „Blödsinn, den wir hier heute Abend zu sehen bekommen haben“, lehnte er die Auszeichnung ab.[62]Moderator Thomas Gottschalk bot Reich-Ranicki daraufhin eine einstündige Diskussionsrunde zur Qualität des deutschen Fernsehens zusammen mit den Intendanten von ARD, ZDF und RTL an, die er annahm. Hieraus ging ein Gespräch zwischen Gottschalk und Reich-Ranicki hervor – ohne Beteiligung weiterer Personen; die zuvor von Gottschalk angesprochenen Intendanten verzichteten auf ihre Teilnahme. Das ZDF strahlte die in Wiesbaden aufgezeichnete, halbstündige Sendung Aus gegebenem Anlass am 17. Oktober 2008 im späten Abendprogramm aus.

Am 12. September 2014 wurde vor seinem ehemaligen Wohnhaus, Güntzelstraße 53, Berlin-Wilmersdorf, eine Berliner Gedenktafel enthüllt.

 

 

 

  • Literarisches Leben in Deutschland. Kommentare und Pamphlete. München, Piper Verlag 1963.
  • Deutsche Literatur in West und Ost. Piper, München 1963.
  • Wer schreibt provoziert. Pamphlete und Kommentare. dtv, München 1966.
  • Literatur der kleinen Schritte. Deutsche Schriftsteller heute. Piper, München 1967.
  • Die Ungeliebten. Sieben Emigranten. Günther Neske, Pfullingen 1968.
  • In Sachen Böll. Ansichten und Einsichten. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1968.
  • Lauter Verrisse. Piper München 1970.
  • Lauter Lobreden. DVA 1985 ISBN 978-3-421-06282-6.
  • Über Ruhestörer. Juden in der deutschen Literatur. Piper, München 1973.
  • Nachprüfung. Aufsätze über deutsche Schriftsteller von gestern. Piper, München 1977.
  • Entgegnung. Zur deutschen Literatur der siebziger Jahre. DVA, München 1981.
  • Thomas Mann und die Seinen. DVA, München 1987, ISBN 3-421-05864-4.
  • Herz, Arzt und Literatur. Zürich 1987.
  • Der doppelte Boden. Ein Gespräch mit Peter von Matt. Ammann, Zürich 1992.
  • Die Anwälte der Literatur. DVA, München 1994, ISBN 3-423-12185-8.
  • Ungeheuer oben. Über Bertolt Brecht. Aufbau-Verlag, Berlin 1996, ISBN 3-932017-48-X.
  • Der Fall Heine. DVA, München 1997, ISBN 3-421-05109-7.
  • Sieben Wegbereiter. Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. DVA, München 2002, ISBN 3-421-05514-9.
  • Goethe noch einmal. Reden und Anmerkungen. DVA, München 2002, ISBN 3-421-05690-0.
  • Meine Bilder. Porträts und Aufsätze. DVA, München 2003, ISBN 3-421-05619-6.
  • Lauter schwierige Patienten. Gespräche mit Peter Voß über Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. List Verlag, München 2003, ISBN 3-548-60383-1.
  • Unser Grass. DVA, München 2003, ISBN 3-421-05796-6.
  • Vom Tag gefordert. Reden in deutschen Angelegenheiten. dtv, München 2001, ISBN 3-423-13145-4.
  • Wir sitzen alle im gleichen Zug. Insel Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-458-19239-5.

 

 

  • Auch dort erzählt Deutschland. Prosa von „Drüben“. Paul List Verlag, München 1960.
  • 16 polnische Erzähler. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1962.
  • Erfundene Wahrheit. Deutsche Geschichten seit 1945. Piper, München 1965.
  • Gesichtete Zeit. Deutsche Geschichten 1918–1933. Piper, München 1969.
  • Anbruch der Gegenwart. Deutsche Geschichten 1900–1918. Piper, München 1971.
  • Verteidigung der Zukunft. Deutsche Geschichten seit 1960. Piper, München 1972.
  • Frankfurter Anthologie. Insel Verlag, Frankfurt 1978–2010 [33 Einzelbände].
  • 1000 Deutsche Gedichte und ihre Interpretationen. Insel, Frankfurt a. M. 1995. Zehn Bände [Anthologie mit Interpretationstexten].
  • 1400 Deutsche Gedichte und ihre Interpretationen. Chronologisch von Walther von der Vogelweide bis Durs Grünbein. Insel, Frankfurt 2002, ISBN 3-458-17130-4. [Zwölf Bände; Anthologie mit Interpretationstexten].
  • Meine Gedichte von Walther von der Vogelweide bis heute. Insel, Frankfurt a. M. und Leipzig 2003, ISBN 978-3-458-17151-5.
  • Romane von gestern – heute gelesen. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1996. [Drei Bände; 1900–1918; 1918–1933; 1933–1945].
  • Meine Geschichten. Von Johann Wolfgang von Goethe bis heute. Insel, Frankfurt a. M. 2003, ISBN 3-458-17166-5 [Anthologie].
  • Der Kanon. Die deutsche Literatur. Romane. 20 Bände und ein Begleitband. Insel, Frankfurt 2002, Schuber, ISBN 3-458-06678-0.
  • Der Kanon. Die deutsche Literatur. Erzählungen. 10 Bände und ein Begleitband. Insel, Frankfurt 2003, Schuber, ISBN 3-458-06760-4.
  • Der Kanon. Die deutsche Literatur. Dramen. 8 Bände und ein Begleitband. Insel, Frankfurt 2004, Schuber, ISBN 3-458-06780-9.
  • Der Kanon. Die deutsche Literatur. Gedichte. 7 Bände und ein Begleitband. Insel, Frankfurt 2005, Schuber, ISBN 3-458-06785-X.
  • Der Kanon. Die deutsche Literatur. Essays. 5 Bände und ein Begleitband. Insel, Frankfurt 2006, Schuber, ISBN 3-458-06830-9.

 

  • Links bündig, rechts flatternd. Robert Gernhardt trifft Marcel Reich-Ranicki. Mitschnitt vom Internationalen Literaturfest Lit.Cologne. Produktion: WDR, Random House Audio, Köln 2008, 1 CD, ISBN 978-3-86604-976-5
  • Marcel Reich-Ranicki liest Thomas Mann und die Seinen. Versuche über die Liebe. Autorenlesung. Produktion: Hessischer Rundfunk / hr2, Der Audio-Verlag, Berlin 2005, 2 CDs, 154 Min., ISBN 3-89813-455-5
  • Hörkanon. Die deutsche Literatur. Erzählungen Herausgegeben und kommentiert von Marcel Reich-Ranicki, Random House Audio, Köln 2010, 40 CDs, 2800 Min., ISBN 978-3-8371-0395-3
  • Marcel Reich-Ranicki. Mein Leben. Original-Hörfassung zur TV-Verfilmung nach der gleichnamigen Autobiografie Bellerive Hörverlag, Berlin 2012, 1 CD, 70 Min., ISBN 978-3-941621-03-9

 

 

Der Nachlass von Marcel Reich-Ranicki liegt im Deutschen Literaturarchiv Marbach.[72] Teile davon sind im Literaturmuseum der Moderne in Marbach in der Dauerausstellung zu sehen.

 

  • Der Literaturpapst. Marcel Reich-Ranicki. Deutschland/ZDF 2000, 60 min. Ein Film von Reinhold Jaretzky und Roger Willemsen.
  • Der Herr der Bücher. Marcel Reich-Ranicki. Deutschland/ZDF 2005,60 min. Buch und Regie: Reinhold Jaretzky
  • Marcel Reich-Ranicki bei Beckmann. Gespräch, Deutschland, 2009, 29 Min., Produktion: ARD, Erstsendung: 6. April 2009
  • Bewegende Zeitgeschichte. Fernseh-Reportage, Deutschland, 2009, 5:09 Min., Produktion: RBB, Erstsendung: 5. April 2009
  • Eine Begegnung mit Marcel Reich-Ranicki. Dokumentation, Deutschland, 2009, 30 Min., Buch und Regie: Mathias Haentjes, Produktion: WDR, Erstsendung: 15. April 2009
  • Mein Leben – Marcel Reich-Ranicki. Fernsehfilm, Deutschland, 2008/09, 90 Min., Buch: Michael Gutmann, Regie: Dror Zahavi, Produktion: WDR, Katharina Trebitsch, Erstsendung: arte, 10. April 2009; ARD, 15. April 2009, Darsteller M. Reich-Ranicki: Matthias Schweighöfer, Teofila Reich-Ranicki: Katharina Schüttler, IMDb-Eintrag:[73], Filmseite:[74]
  • Ich, Reich-Ranicki. Dokumentation, 105 Min., Buch und Regie: Lutz Hachmeister und Gert Scobel, Erstsendung: ZDF, 13. Oktober 2006 (Inhaltsangabe des ZDF[75]), (Besprechung in Spiegel Online[24][76] und Berliner Zeitung[77])
  • Marcel Reich-Ranicki. Mein Leben. Dokumentation, 43 Min., ein Film von Diana von Wrede, Produktion: arte, Erstsendung: 21. August 2004, Inhaltsangabe von Phoenix
  • Herrrlich! Grrrässlich! Die große Marcel Reich-Ranicki-Nacht, Dokumentation, 180 Min., zusammengestellt von Stephan Reichenberger und Alex Rühle, Produktion ZDF, Erstsendung: 2./3. Juni 2000
  • Der Literaturpapst. Auseinandersetzungen mit dem Kritiker Marcel Reich-Ranicki. Dokumentation, 100 Min., Buch und Regie: Martin Lüdke und Pavel Schnabel, Erstsendung: ARD, 28. April 1987

 

 

 

  • Sabine Gebhardt-Herzberg: Das Lied ist geschrieben mit Blut und nicht mit Blei: Mordechaj Anielewicz und der Aufstand im Warschauer Ghetto. Selbstverlag, ISBN 3-00-013643-6 (250 S.; enthält ein Kapitel über Reich-Ranickis Flucht aus dem Warschauer Ghetto und die Rolle des sogenannten „Judenrates“, für den er tätig war).
  • Gerhard Gnauck: Wolke und Weide. Marcel Reich-Ranickis polnische Jahre. Klett-Cotta, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-608-94177-7 (311 S.), Leseprobe, Besprechung[78]
  • Teofila Reich-Ranicki, Hanna Krall: Es war der letzte Augenblick. Leben im Warschauer Ghetto. Aquarelle und Texte. DVA, Stuttgart / München 2000, ISBN 3-421-05415-0 (120 S., farbig, gebunden).
  • e-Book: Hrsg. Hubert Spiegel: Marcel Reich-Ranicki und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. www.faz-archiv-shop, 2013.
  • Carsten Heinze: Identität und Geschichte in autobiographischen Lebenskonstruktionen – Jüdische und nichtjüdische Vergangenheitsbearbeitungen in Ost- und Westdeutschland. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-15841-9.

 

  • Marcel Reich-Ranicki, Peter Rühmkorf: Der Briefwechsel. Hrsg. von C. Hilse und S. Opitz. Eine Edition der Arno Schmidt Stiftung in Verbindung mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach. Wallstein, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8353-1620-1.
  • Jürgen Klein: Dialog mit Koeppen. Wilhelm Fink, Leiden / Boston / Singapur / Paderborn 2017, ISBN 978-3-7705-6211-4.

 

 Commons: Marcel Reich-Ranicki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Marcel Reich-Ranicki – in den Nachrichten

Portale

Artikel

Video

 

  1. Philipp Peyman Engel: Liebes Glück. Jüdische Allgemeine, 14. März 2010.
  2. Hochspringen nach: a b c Rede von Marcel Reich-Ranicki zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (Memento vom 30. Januar 2012 im Internet Archive)
  3. Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben. S. 272 ff.
  4. Hochspringen nach: a b Harald Jähner: Um sein Leben erzählen. In: Berliner Zeitung, 2. Juni 2005.
  5. Marcel Reich-Ranicki bei Beckmann, 6. April 2009
  6. Gerhard Gnauck: „Nachbarin, was brauchst du so viel Brot?“ In: Die Welt, 9. März 2004
  7. Teofila Reich-Ranicki im Alter von 91 Jahren gestorben In: ORF, 29. April 2011.
  8. Gerhard Gnauck: Wie Reich-Ranicki in Polen die Zensur organisierte. In: Die Welt, 10. März 2009.
  9. Die Vergangenheit (Spiegel)
  10. Affären: „Es waren harmlose Berichte“ Interview mit dem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki über seine Geheimdienst-Vergangenheit (Spiegel)
  11. NN: Wofür die Orden? In: Focus, Nr. 27, 1994.
  12. Jacek syn Alfreda: Marcel Reich-Ranicki – „papież” w randze kapitana UB. In: salon24.pl, 18. September 2012.
  13. Gerhard Gnauck: „Kennt die Psyche des Agenten“. In: Die Welt, 12. August 2002.
  14. Hochspringen nach: a b G.Z.: Besessen. Warum muss Tilman Jens M.R.R. so hartnäckig verfolgen? (Memento vom 27. April 2009 im Internet Archive) In: epd medien, Nr. 67, 28. August 2002.
  15. Hochspringen nach: a b T.A.: Marcel Reich-Ranicki. Streit um Reich-Ranickis Tätigkeit für den polnischen Geheimdienst. In: literaturkritik.de, 17. April 2004.
  16. Michael Gotthelf: „Indes, man wollte mich nicht!“ In: Neue Zürcher Zeitung, 2. Juni 2014.
  17. Gerhard Gnauck: „Ich bitte höflich, mir die Genehmigung zu erteilen“ In: Die Welt, 21. Juli 2008.
  18. Claudia Michels: „Jeder wusste, wie er klingt“ In: Frankfurter Rundschau, 19. September 2013.
  19. Volker Hage, Johannes Saltzwedel: Arche Noah der Bücher, Der Spiegel, 18. Juni 2001, Nr. 25.
  20. Volker Hage: Literatur muss Spaß machen, Der Spiegel, 18. Juni 2001, Nr. 25, Interview
  21. Frank Schirrmacher: Ein sehr großer Mann. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. September 2013.
  22. Arno Widmann: Die Geschichte eines Triumphs. Frankfurter Rundschau, 1. Juni 2010
  23. Peter von Matt: Er schreibt für alle – und weiß, wie es geht. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2. Juni 2010.
  24. Hochspringen nach: a b Volker Hage: Ein Denkmal für den Kritiker. In: Spiegel Online, 13. Oktober 2006.
  25. Thomas Maier: Reich-Ranicki Superstar, Main-Post, 1. Juni 2010
  26. Tel Aviv University: TAU Webflash, February 2006, Abroad (Memento vom 9. Oktober 2013 im Internet Archive)
  27. Hans Riebsamen: Unterstützung für den Staat Israel. In: Frankfurter Allgemeine, 6. März 2007, online. Abgerufen am 5. Mai 2016.
  28. uni-marburg.de: Eröffnung der „Arbeitsstelle Marcel Reich-Ranicki für Literaturkritik in Deutschland“, (Memento vom 2. Mai 2015 im Internet Archive) 5. Juli 2010
  29. literaturkritik.de: Arbeitsstelle Marcel Reich-Ranicki für Literaturkritik in Deutschland, 9. Dezember 2012
  30. Thorsten Schmitz: Und jetzt? MRR erinnert an das Warschauer Ghetto – und berührt das deutsche Parlament. Aber wie wird das Gedenken an den Holocaust lebendig bleiben? In: Süddeutsche Zeitung, 28. Jan. 2012, S. 3.
  31. Hochspringen nach: a b Rede des Jahres. 2012 – Marcel Reich-Ranicki: Rede zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
  32. Felicitas von Lovenberg: Der Fels in seiner Brandung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29. April 2011.
  33. Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben. S. 11f. „Nie war ich ein halber Pole, nie ein halber Deutscher – und ich hatte keinen Zweifel, dass ich es nie werden würde.“
  34. Ausschnitt aus Ich, Reich Ranicki, über Gott: [1]
  35. Das letzte Gespräch mit Reich-Ranicki, Focus Online: [2]
  36. „Ich kämpfe gegen den Krebs“. Süddeutsche Zeitung, 4. März 2013
  37. Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki ist tot. Süddeutsche Zeitung, 18. September 2013
  38. Frank Schirrmacher: Ein sehr großer Mann. Auf: faz.net am 18. September 2013
  39. Johan Schloemann: Trauerfeier für Marcel Reich-Ranicki: In literarischer Gesellschaft, Süddeutsche Zeitung, 26. September 2013
  40. Vgl. Timm Boßmann: Der Dichter im Schussfeld. Geschichte und Versagen der Literaturkritik am Beispiel Günter Grass. Tectum, Marburg 1997, S. 114.
  41. Siehe Der Kanon Die deutsche Literatur. Romane.
  42. Bianca Theisen: Im Guckkasten des Kopfs. Thomas Bernhards Autobiographie. In: Franziska Schössler und Ingeborg Villinger(Hrsg.): Politik und Medien bei Thomas Bernhard., Königshausen & Neumann, Würzburg 2002. S. 246–247.
  43. Vgl. Marcel Reich Ranicki: Sieben Wegbereiter. Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts. DVA, Stuttgart, München 2002. Das Kapitel über Robert Musil lautet: Der Zusammenbruch eines großen Erzählers
  44. Vgl. Marcel Reich Ranicki: Sieben Wegbereiter. Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts. DVA, Stuttgart, München 2002, S. 168. Der Mann ohne Eigenschaften war misslungen und Musil ein tatsächlich ganz und gar gescheiterter Mann.
  45. Vgl. Selfmadeworld in Halbtrauer Die Zeit, 13. Oktober 1967
  46. Vgl. Geistreich, witzig, intelligent Focus, 9. Januar 2006
  47. Vgl. Marcel Reich-Ranicki: Erst leben, dann spielen. Über polnische Literatur. Wallstein, Göttingen 2002, S. 53.
  48. „Ich habe mich nie geirrt“ (Memento vom 28. Mai 2015 im Internet Archive), Stern, 2. Juli 2006
  49. Vgl. Fragen Sie Reich-Ranicki. Ein wunderbarer poetischer Zeitkritiker, FAZ, 3. April 2007
  50. Vgl. Fragen Sie Reich-Ranicki. Koeppens Schreibhemmung, FAZ, 25. Oktober 2007
  51. Marcel Reich-Ranicki: Auf Gut Glück getrommelt. In: Die Zeit vom 1. Januar 1960.
  52. Vgl. Selbstkritik der Kritiker. In: Die Zeit vom 23. August 1963.
  53. Vgl. Fragen Sie Reich-Ranicki. Wird Heinrich Böll seine Zeit überdauern? FAZ, 28. Mai 2008
  54. Marcel Reich-Ranicki urteilt über den neuen Roman von Martin Walser. Hamburger Abendblatt, 31. Mai 2003
  55. Marcel Reich-Ranicki bei Lauter schwierige Patienten (8/12), 4. März 2002
  56. Vgl.Fragen Sie Reich-Ranicki. Unbarmherziger Moralist FAZ, 14. November 2006
  57. „Marcel Reich-Ranicki über Elfriede Jelinek“. Spiegel, 11. Oktober 2004
  58. Vgl. „Fragen Sie Reich-Ranicki. Stärker als sein Werk wirkt sein Image“. FAZ, 4. Oktober 2007
  59. Vgl. Asta Scheib: Jeder Mensch ist ein Kunstwerk. Begegnungen. dtv, München 2006. S. 254.
  60. Vgl. Ein leuchtendes Leben. (Memento vom 7. April 2014 im Internet Archive) Deutschlandfunk, 21. September 2013
  61. Pressemitteilung der Humboldt-Universität zu Berlin: Marcel Reich-Ranicki bekommt Ehrendoktor der Humboldt-Universität verliehen (Memento vom 8. Dezember 2007 im Internet Archive), 20. Dezember 2006
  62. Reich-Ranicki schimpft auf deutsches Fernsehen, Die Welt, 11. Oktober 2008
  63. Paweł Libera: Marcel Reich-Ranicki przed Centralna Komisją Kontroli Partyjnej (1950–1957) (pl) In: „Zeszyty Historyczne“ 2009, Nr. 167. ASSOCIATION INSTITUT LITTÉRAIRE KULTURA. S. 189–190. Abgerufen am 22. November 2013.
  64. Staats-Anzeiger, 6/2003, S. 526
  65. nrw.de: Ministerpräsident Jürgen Rüttgers verleiht den Staatspreis 2005 an den Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, 24. Januar 2006
  66. Tel Aviv: Universität benennt Lehrstuhl nach Reich-Ranicki, Spiegel Online, 6. März 2007
  67. Angelika Dehmel: Henri Nannen Preis 2008: Reich-Ranicki für sein Lebenswerk geehrt, Stern, 10. Mai 2008
  68. Ehrenpreis nun endgültig abgelehnt, Rheinische Post, 12. Oktober 2008
  69. Mendelssohn-Preis für Reich-Ranicki und Schreier. (Memento vom 27. September 2013 im Internet Archive) In: Sächsische Zeitung, 7. Juli 2011.
  70. literaturkritik.de: Marcel Reich-Ranicki. Literaturkritik
  71. literaturkritik.de: Marcel Reich-Ranicki. Solo
  72. Nachlass Reich-Ranickis geht nach Marbach, Badische Zeitung
  73. IMDb: Mein Leben – Marcel Reich-Ranicki
  74. DasErste.de: Marcel Reich-Ranicki: Mein Leben (Memento vom 14. April 2016 im Internet Archive)
  75. news aktuell: Ich, Reich-Ranicki: Ausstrahlung der großen ZDF-Dokumentation über das Leben des Starkritikers Reich-Ranicki: „Ich bin überhaupt nicht enttäuscht vom Film über mein Leben“ (Memento vom 22. Oktober 2007 im Internet Archive), 10. Oktober 2006
  76. Hubert Spiegel: Niemand anderer als er. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. Oktober 2006.
  77. Arno Widmann: Lauter Laues, Berliner Zeitung, 13. Oktober 2006
  78. Martin Lüdke: Der Denkmalsturz bleibt aus. Frankfurter Rundschau, 9. März 2009
 


… zum Thema:  aus Wikipedia, Stand: 13. Juni 2019, gekürzt:

Alfred Kerr, 1867 – 1948

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Alfred Kerr (1932)

Alfred Kerr (* 25. Dezember 1867 in Breslau, Provinz Schlesien; † 12. Oktober 1948 in Hamburg) war ein deutscher Schriftsteller, Theaterkritiker und Journalist. Sein Geburtsname war Alfred Kempner. Seit 1887 benutzte er in seinen Publikationen den Namen Kerr, 1909 wurde sein Name gemäß Verfügung des Regierungspräsidenten zu Potsdam offiziell zu Alfred Kerr geändert.[1]

Kerr war einer der einflussreichsten deutschen Kritiker in der Zeit vom Naturalismus bis 1933. Er veröffentlichte unter anderem in den Zeitungen und Zeitschriften Breslauer Zeitung, Der Tag, Neue Rundschau, Pan und Berliner Tageblatt. Kerr sah in der Kritik eine eigene Kunstform und schuf dafür einen treffenden, geistreich-ironischen und oft absichtlich saloppen Stil.

Alfred Kempners Eltern waren der jüdische Weinhändler und Fabrikbesitzer Meyer Emanuel Kempner aus Vielin (1826–1900, Sohn des Weinhändlers Joachim Kempner und der Dorothea, geb. Sternberg) und Helene, geb. Calé (1835–1911). Die Schwester seines Vaters war die Dichterin Friederike Kempner. Alfred Kempner selbst hatte eine Schwester, Anna Kempner. Seine Kindheit erlebte er in Breslau.

Alfred Kempner begann in Breslau ein Studium der Geschichte, Philosophie und Germanistik, das er 1887 in Berlin fortsetzte. 1894 schloss er das Studium mit der Promotion zum Dr. phil. in Halle ab. 1898 wurde seine Dissertation über die Jugenddichtung Clemens Brentanos unter dem Titel Godwi. Ein Kapitel deutscher Romantik veröffentlicht.

Alfred Kerr, porträtiert von Lovis Corinth (1907)

Ab 1891, also schon während seines Studiums, schrieb er unter dem Namen Alfred Kerr Beiträge, meist Theaterkritiken, für das Magazin für Literatur, die Vossische Zeitung, die Neue Rundschau, ab 1895 für die Breslauer Zeitung („Berliner Briefe“) und ab 1897 für die Königsberger Allgemeine Zeitung.

Von 1900 bis 1919 arbeitete er als Theaterkritiker für die Berliner Zeitung Der Tag. Ab 1911 war Kerr zunächst Mit-, von 1912 bis 1915 alleiniger Herausgeber der 1910 von dem Verleger Paul Cassirer wiedergegründeten Kunst- und Literaturzeitschrift Pan. Hier veröffentlichte er auch zwei „unzüchtige“ Gedichte Klabunds. 1911 publizierte Kerr im Pan nach der Beschlagnahme eines Heftes einen Privatbrief des Berliner Polizeipräsidenten Traugott von Jagow an Cassirers Gattin Tilla Durieux und machte aus einer zivilen eine politische Angelegenheit, wobei er erstmals mit Karl Kraus aneinandergeriet.[2]

Alfred Kerr porträtiert von Moritz Coschell 1907

Kerr förderte Henrik Ibsen und Gerhart Hauptmann. Jahrzehntelang war er mit Walther Rathenau befreundet. Zu Beginn des Ersten Weltkriegs schrieb er für das Sammelpseudonym „Gottlieb“ einige militaristische Gedichte gegen die kriegführenden Mächte der Entente, die in August Scherls Zeitung Der Tagveröffentlicht wurden.[3] Im Kriegsjahr 1917 erschien der Gedichtband Die Harfe, unter dem Titel Die Welt im Drama wurden in fünf Bänden 1917 seine gesammelten Kritiken ediert.

1917 heiratete Alfred Kerr Ingeborg Thormählen, die noch im selben Jahr an der Spanischen Grippe verstarb. 1920 heiratete er Julia Weißmann (1898–1965). Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor, Michael Kerr (1921–2002), der in England der erste nicht in England geborene Richter am High Court wurde, und die Schriftstellerin und Künstlerin Judith Kerr (1923–2019).

Von 1919 bis 1933 schrieb Kerr für das Berliner Tageblatt und für die Frankfurter Zeitung. 1920 erschienen zwei Bände seiner Werke unter dem Titel Die Welt im Licht, weitere Bände folgten in den Jahren von 1923 bis 1925 (New York und London, O Spanien!, Yankee-Land). 1926 wurde der Gedichtband Caprichosveröffentlicht. 1928 berichtete Kerr in dem von Joseph Chapiro herausgegebenen Band Für Alfred Kerr. Ein Buch der Freundschaft von seiner Kindheit und Jugend.

1925 solidarisierte sich Kerr wie auch Bertolt Brecht, Max Brod, Kurt Pinthus und Alfred Wolfenstein mit Johannes R. Becher, dessen Gedichtband Roter Marsch – Der Leichnam auf dem Thron – Die Bombenflieger beschlagnahmt worden und für den Becher vorübergehend in Haft gekommen war.[4]

Alfred Kerr 1905, Radierung von Hermann Struck

1928 kam es erneut zu einem Konflikt mit Karl Kraus, der dem inzwischen demokratisch und pazifistisch engagierten Kerr seine Kriegsgedichte vorhielt, darunter das 1916 unter dem Sammelpseudonym „Gottlieb“ erschienene Rumänenlied.[5] Obwohl beide sich vor Gericht verglichen, veröffentlichte Kraus die „Akte Kerr“ wegen dessen angeblich inakzeptablen Verhaltens im Prozess in seiner Zeitschrift Die Fackel. Eine Entgegnung Kerrs wurde angekündigt, aber nie geschrieben.[6]

Bis zur Berufung des NS-Funktionärs Erich Scholz zum politischen Rundfunkkommissar des Reichsinnenministers und der Entlassung des Intendanten der Berliner Funkstunde Hans Flesch im Sommer 1932 nahm Kerr in seinen Glossen für den Berliner Rundfunk Stellung gegen die NSDAP.[7] Am 10. Mai 1933 wurden seine Werke Opfer der Bücherverbrennung der Nationalsozialisten. Am 13. Mai 1933 wurde er vom Vorstand des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler auf die Liste der Autoren gesetzt, deren Werke „für das deutsche Ansehen als schädigend zu erachten“ seien. In der ersten Liste des Börsenblatts der aus öffentlichen Bibliotheken auszusondernden Literatur wurden die gesamten Schriften Kerry genannt. Mit dem Gesetz über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit, vom 14. Juli 1933, wurde er im August 1933 ausgebürgert und war auf der ersten Ausbürgerungsliste des Deutschen Reichs von 1933 aufgeführt.[8]

Kerr war am 15. Februar 1933 nach Prag geflohen, dann nach Lugano, wo seine Familie am 4. März eintraf. Dann ging die Familie nach Zürich und nach Paris und schließlich 1935 nach London. Die Tochter Judith Kerr beschrieb später in ihren Büchern Als Hitler das rosa Kaninchen stahl, Warten bis der Frieden kommt und Eine Art Familientreffen die Flucht aus Deutschland und das Leben im Exil aus der Perspektive eines jungen Mädchens.

Im Exil schrieb Alfred Kerr für die von den Exilanten neu gegründeten Zeitungen Pariser Tageblatt und Pariser Tageszeitung sowie für Le Figaro, Le Temps und Les Nouvelles Littéraires, ab 1939 auch für die jüdische Wochenzeitung Aufbau in New York.

Von den polizeilichen Überwachungs- und Repressionsorganen in Berlin als gefährlicher Staatsfeind eingeschätzt, wurde Kerr im Frühjahr 1940 vom Reichssicherheitshauptamt auf die Sonderfahndungsliste G.B. gesetzt, ein Verzeichnis von Personen, die nach einer erfolgreichen Invasion und Besetzung der britischen Insel durch die deutsche Wehrmacht aufgrund ihrer besonderen Gefährlichkeit oder Verhasstheit in den Augen der SS- und Gestapoführung automatisch und vorrangig von Sonderkommandos ausfindig gemacht und verhaftet werden sollten.[9]

1938 wurde Kerr Mitbegründer des Freien Deutschen Kulturbundes. Von 1941 bis 1946 war er Präsident des Deutschen P.E.N.-Club im Exil in London, ab 1946 bis zu seinem Tode Ehrenpräsident. Von 1945 an arbeitete Kerr für die deutschen Tageszeitungen Die Welt und Die Neue Zeitung. 1947 wurde er britischer Staatsbürger.

Grab von Alfred Kerr

1948 unternahm Kerr eine Vortragsreise durch Deutschland. Er kokettierte mit seinem fortgeschrittenen Alter: „Man stirbt einen Tod und weiß nicht welchen, vielleicht ein schmuckes Schlaganfällchen.“[10] Tatsächlich erlitt er während einer Theateraufführung einen Schlaganfall. Daraufhin wählte er den Freitod, indem er eine Überdosis Schlaftabletten einnahm. Alfred Kerr starb am 12. Oktober 1948 in Hamburg. Begraben wurde er auf dem Friedhof Ohlsdorf. Das Grab ist zu finden in der Lage „Z21-217“. Seine Frau Julia starb am 3. Oktober 1965 in Berlin und liegt ebenfalls in diesem Grab.

Alfred Kerr verfasste seine Kritiken in einem eigenen Stil und in sehr eigensinniger Schreibweise. Sein Markenzeichen ist der „Blockstil“, also die römische Nummerierung seiner Texte in einzelne Absätze bzw. Blöcke, wobei die einzelnen Kapitel selten mehr als 4 bis 5 Zeilen umfassten. Damit ist er der Erfinder der publizistischen Prägnanz. In Die Welt im Drama heißt es dazu: „Aus einem Gedanken macht der Stückmacher ein Stück. Der Schriftsteller einen Aufsatz. Ich einen Satz.“[11]

Im Unterschied zu Maximilian Harden und Karl Kraus, die sich kategorisch der Phrase verweigerten, dominiert in den Kerrschen Essays – wie später bei Kurt Tucholsky – ein Nominalstil, zu dessen wichtigsten Merkmalen der knappe, auf viele konkrete Fälle anwendbare, also sentenzenhafte Sinnspruch bzw. die Verwendung einprägsamer Aperçus gehört. Er verwendete dialektale bzw. umgangssprachliche Formulierungen wie Berlinismen oder fremdsprachliche wie niederdeutsche Wendungen, prägte suggestive Formeln und näherte seine geschriebene der gesprochenen Rede an. Daneben dominieren Dialektismen, fremdsprachliche Redewendungen, Substantivierungen, Vergleiche, ein parataktischer Satzbau, Ellipsen, filmähnliche „Montagetechnik“,[12] fiktive Dialoge, die Anrede des Lesers, ja bisweilen gar die Anrede des Autors in einer Rezension. Das Resultat der komprimierten Verwendung all dieser Stilmittel ist eine Art Telegrammstil, weshalb Bernhard Diebold die Texte Kerrs auch als „literarische Stenogramme“ bezeichnete.[13]

Daneben ist Kerr ein Meister des Sarkasmus, wobei er in seinen Kritiken bisweilen gar Sprachfehler imitiert, um so die „Kinderplumpheiten“ eines Werkes zu unterstreichen. Zu Franz Werfels Bearbeitung von Euripides’ Werk Die Troerinnen etwa schrieb er durchaus boshaft: „Hier kann einer bloß ausrufen: O selig, ein Tind noch zu sein. Deht der Dichter ßpatzieren? Atta, atta!“[14]Auch Kerrs 1902 veröffentlichte Polemik Herr Sudermann, der Di…Di…Dichter basiert auf diesem Prinzip. Kerrs knappen und sarkastischen Witz bezeugt auch seine Rezension über das Erstlingswerk des sehr jungen Robert A. Stemmle, bestehend aus nur einem einzigen Satz: „Wacker, wacker, kleiner Kacker!“[15]

  • Godwi. Ein Kapitel deutscher Romantik. Bondi, Berlin 1898.
  • Herr Sudermann, der D… Di… Dichter – Ein kritisches Vademecum, Berlin 1903, Helianthus, 94s.
  • Schauspielkunst. Bard-Marquardt, Berlin 1904.
  • Das neue Drama. S. Fischer, Berlin 1905.
  • Die Harfe. 24 Gedichte. S. Fischer, Berlin 1917.
  • Die Welt im Drama. 5 Bände. S. Fischer, Berlin 1917 (= Gesammelte Schriften, Erste Reihe)
  • Die Welt im Licht. 2 Bände. S. Fischer, Berlin 1920 (= Gesammelte Schriften, Zweite Reihe)
  • Krämerspiegel. 12 Gedichte mit Musik von Richard Strauss. Cassirer, Berlin 1921
  • New York und London. Stätten des Geschicks. S. Fischer, Berlin 1923.
  • O Spanien! Eine Reise. S. Fischer, Berlin 1924.
  • Yankee-Land. Eine Reise. Mosse, Berlin 1925.
  • Caprichos. Strophen des Nebenstroms. Spaeth, Berlin 1926.
  • Es sei wie es wolle, Es war doch so schön! S. Fischer, Berlin 1928.
  • Die Allgier trieb nach Algier … Ausflug nach Afrika. S. Fischer, Berlin 1929.
  • Eine Insel heißt Korsika … S. Fischer, Berlin 1933 [1932]
  • Die Diktatur des Hausknecht. Les Associés, Bruxelles 1934. (Mischtext aus Feuilleton Artikeln und Lyrik). Erste Ausgabe in Deutschland zusammen mit der Gedichtsammlung Melodien aus 1938 als Die Diktatur des Hausknechts und Melodien. Nachwort Walter Huder, Konkret Literatur Verlag, Hamburg 1981, ISBN 3-922144-03-9. Weitere Ausgaben: Fischer Taschenbuch, Frankfurt/Main 1983, ISBN 3-596-25184-2.
  • Walther Rathenau. Erinnerungen eines Freundes. Querido, Amsterdam 1935.
  • Melodien. Gedichte. Editions nouvelles internationales (Internat. Verl. Anst.), Paris 1938.
  • Ich kam nach England. Ein Tagebuch aus dem Nachlaß. Hrsg. Walther Huder u. Thomas Koebner. Bouvier, Bonn 1979, ISBN 3-416-01423-5.
  • Werke in Einzelbänden. 8 Bände. Hrsg. Hermann Haarmann u. Günther Rühle. Argon, Berlin 1989–1991; S. Fischer, Frankfurt a. M. 1998 ff.
    • Bd. I.1: Erlebtes. Deutsche Landschaften, Menschen und Städte. Hrsg. Günther Rühle. Argon, Berlin 1989, ISBN 3-10-049504-7.
    • Bd. I.2: Erlebtes. Reisen in die Welt. Hrsg. Hermann Haarmann. Argon, Berlin 1989, ISBN 3-10-049505-5.
    • Bd. II: Liebes Deutschland. Gedichte. Hrsg. Thomas Koebner. Argon, Berlin 1991, ISBN 3-10-049506-3.
    • Bd. III: Essays. Theater • Film. Hrsg. Hermann Haarmann u. Klaus Siebenhaar. Argon, Berlin 1991, ISBN 3-10-049507-1.
    • Bd. IV: Sucher und Selige, Moralisten und Büßer. Literarische Ermittlungen. Hrsg. Margret Rühle, Deborah Vietor-Engländer. S. Fischer, Frankfurt a. M. 2009, ISBN 978-3-10-049508-2.[16]
    • Band V/VI: Das war meine Zeit. Erstrittenes und Durchlebtes. Hrsg. Deborah Vietor-Engländer. Fischer, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-10-049509-9.
    • Bd. VII.1: „Ich sage, was zu sagen ist“. Theaterkritiken 1893 – 1919. Hrsg. Günther Rühle. S. Fischer, Frankfurt a. M. 1998, ISBN 3-10-049510-1.
    • Bd. VII.2: „So liegt der Fall“. Theaterkritiken 1919 – 1933 und im Exil. Hrsg. Günther Rühle. S. Fischer, Frankfurt a. M. 2001, ISBN 3-10-049511-X.
  • Wo liegt Berlin. Briefe aus der Reichshauptstadt 1895–1900. Hrsg. Günther Rühle. Aufbau, Berlin 1997, ISBN 3-351-02830-X. (Artikel in der „Breslauer Zeitung“)
  • Warum fließt der Rhein nicht durch Berlin? Briefe eines europäischen Flaneurs 1895–1900. Hrsg. Günther Rühle. Aufbau, Berlin 1999, ISBN 3-351-02874-1 (Artikel in der „Breslauer Zeitung“)
  • Der Taucher und das Weh der See. Bekanntschaften mit Menschen und Tieren. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt a. M. 2001, ISBN 3-596-15043-4.
  • Der Dichter und die Meerschweinchen. Clemens Tecks letztes Experiment. Hrsg. Günther Rühle. S. Fischer, Frankfurt a. M. 2004, ISBN 3-10-049514-4.

1990 wurde auf Initiative seiner Kinder in Berlin die Alfred-Kerr-Stiftung zur Förderung deutschsprachiger Nachwuchsschauspieler gegründet.

Mit dem Namen Alfred Kerr sind folgende Preise und Auszeichnungen verbunden:

 Wikisource: Alfred Kerr – Quellen und Volltexte
 Commons: Alfred Kerr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  1. Landesarchiv Berlin, P Rep. Nr. 4567, Heiratsurkunde Nr. 29
  2. Deborah Vietor-Engländer: Alfred Kerr. Die Biographie. Rowohlt, Reinbek 2016, S. 192–211.
  3. Gerhard Henschel forderte in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) vom 4. Mai 2014, dass wegen dieser latent rassistischen Kriegslyrik der Alfred-Kerr-Preis umbenannt werden solle. Preisträger Paul Ingendaay widersprach ihm: Wir unbelesenen Sittenwächter. Warum wir in der Kerr-Debatte nichts tun sollten auf 3sat.de
  4. Deborah Vietor-Engländer: Alfred Kerr. Die Biographie. Rowohlt, Reinbek 2016, S. 380 f.
  5. Für den Kraustext vgl. http://www.textlog.de/35893.html
  6. Deborah Vietor-Engländer: Alfred Kerr. Die Biographie. Rowohlt, Reinbek 2016, S. 386–388.
  7. Deborah Vietor-Engländer: Alfred Kerr. Die Biographie. Rowohlt, Reinbek 2016, S. 424–429, 442.
  8. Michael Hepp (Hrsg.): Die Ausbürgerung deutscher Staatsangehöriger 1933–45 nach den im Reichsanzeiger veröffentlichten Listen. Band 1: Listen in chronologischer Reihenfolge. De Gruyter Saur, München 1985, ISBN 978-3-11-095062-5, S. 3 (Nachdruck von 2010).
  9. forces-war-records.co.uk Eintrag zu Kerr auf der Sonderfahndungsliste G.B. auf der Website des Imperial War Museums in London.
  10. Deborah Vietor-Engländer: Alfred Kerr. Die Biographie. Rowohlt, Reinbek 2016, S. 617.
  11. Alfred Kerr: Die Welt im Drama. S. XVIII.
  12. Hermann Haarmann, Klaus Siebenhaar: Standpunkte, Aussichten, Phantasien. Anmerkungen zur Essayistik Alfred Kerrs. In: Hermann Haarmann, Klaus Siebenhaar (Hrsg.): Alfred Kerr: Essays. Theater Film. Berlin 1991, S. 427–432, hier S. 429.
  13. Traute Schöllmann: Ein Weg zur literarischen Selbstverwirklichung: Alfred Kerr. Zur Eigenart und Wirkung seiner kritischen Schriften. München 1977, S. 115–134.
  14. Burkhard Meyer-Sickendiek: Was ist literarischer Sarkasmus? Ein Beitrag zur deutsch-jüdischen Moderne. Fink Verlag, Paderborn/ München 2009, S. 291–320.
  15. Géza von Cziffra: Kauf Dir einen bunten Luftballon. Herbig 1975, S. 25.
  16. Rezension zu Sucher und Selige, Moralisten und Büßer auf: dradio.de

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Autor: Wolfgang Gärtner (WG) – Stand: 06.2019