AIR BERLIN ABSCHIED


19. Oktober 2017 – Vorwort:

Die „Air Berlin, die Airline der Herzen“, wurde in den letzten Jahrzehnten rasant immer größer und war eng verbunden war mit der Entwicklung als preiswerter Business- und Ferienflieger.       (WG)


27. Oktober 2017:

 


Eine Ära geht mit dem letzten Air-Berlin-Flug zu Ende …




Air Berlin (aus Wikipedia, verkürzt)

Die Air Berlin PLC & Co.Luftverkehrs KG (Eigenschreibweise airberlin) mit Sitz in Berlin und Basis auf dem Flughafen Berlin-Tegel ist die zweitgrößte deutsche und siebtgrößte europäische Fluggesellschaft.[3] Sie ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der börsennotierten Air Berlin PLC, deren größter Einzelaktionär die emiratische Etihad Airways ist. Air Berlin ist Mitglied der Luftfahrtallianzen Etihad Airways Partners und Oneworld Alliance.

Am 15. August 2017 beantragte Air Berlin die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung. Der Flugbetrieb wird mit Hilfe einer Bundesbürgschaft vorläufig fortgeführt.

mehr unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Air_Berlin


Eine Kurzfassung der Air-Berlin-Entwicklung ist hier zu sehen:

http://www.manager-magazin.de/fotostrecke/air-berlin-aufstieg-und-sinkflug-des-lufthansa-rivalen-fotostrecke-131825-24.html


 

Ungewisse Zukunft für Tausende „AirBerliner“
Von der Flugkabine in den Knast
Von

Neue Jobangebote für von Arbeitslosigkeit bedrohte Beschäftigte von Air Berlin bietet der Berliner Senat ab heute im Justizvollzugsdienst an

Quelle: Getty Images
Neue Jobangebote für von Arbeitslosigkeit bedrohte Beschäftigte von Air Berlin bietet der Berliner Senat ab heute im Justizvollzugsdienst an.

Im Gegensatz zu Vorstandschef Thomas Winkelmann landen Tausende Air-Berlin-Mitarbeiter knallhart. Sie rettet kein „goldener Fallschirm“, eine Transfergesellschaft ist vorerst nicht in Sicht. Ab heute werden sie sich auf Jobmessen verlieren. Die Politik übt sich derweil in Betroffenheitsrhetorik.

Tausende Air-Berlin-Mitarbeiter hoffen auf eine Transfergesellschaft. Sie könnte die Menschen zumindest zeitweilig vor dem Absturz in die Arbeitslosigkeit bewahren. Doch derzeit stehen die Chancen dafür nicht gut, es fehlen Geldgeber. Lediglich Air Berlin und die Länder Berlin und NRW wollen sich bislang daran beteiligen.

Die Lufthansa hat bereits abgewinkt. Man biete mit dem Kauf von 81 der zuletzt 134 Air-Berlin-Maschinen rund 3000 der 8000 Beschäftigten von Air Berlin eine Chance auf Weiterbeschäftigung. An einer Transfergesellschaft werde sich die Lufthansa nicht beteiligen, so eine Sprecherin. Was sie nicht sagt: Die meisten AirBerliner müssen sich für die Stellen neu bewerben und mit scharfen Lohneinbußen rechnen – etwa bei der Lufthansa-Billigtochter Eurowings.

Der von der Lufthansa kommende Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann fällt dagegen in ein 4,5 Millionen Euro weiches Bett und braucht um seine Bezüge bis zum Jahr 2021 nicht fürchten. Durch eine Bankgarantie sind sie vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt.

„4,5 Millionen für Winkelmann, für uns Hartz IV“

Bei den Beschäftigten löst das Wut und Verzweiflung aus, wie dieser Tage TV-Bilder von aufgebrachten Air-Berlin-Mitarbeitern zeigen. Bei Politikern dagegen nicht selten Betroffenheitsrhetorik: „Wer sein Unternehmen in die Pleite führt, der muss das auch im eigenen Geldbeutel spüren“, fordert NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) – wohlwissend dass dies nie passieren wird. Zumindest aber sollten die beteiligten Firmen doch die Kosten für die Sozialversicherungsbeitrage der noch in den Sternen stehende Transfergesellschaft aufbringen.

Eine Transfergesellschaft könnte den meisten der mindestens 5000 von Arbeitslosigkeit bedrohten Kollegen etwas Luft verschaffen. Doch werden sie parallel auch nach neuen Jobs suchen, etwa auf der am heutigen Donnerstag beginnenden Jobmesse in der Unternehmenszentrale. Hier will der Berliner Senat freie Stellen bei Polizei, Bürgerämtern und im Justiz(vollzugs)dienst anbieten.

Aus der Flugkabine in den Knast? Das haben sich die Air-Berlin-Beschäftigten sicher anders vorgestellt. „4,5 Millionen für Winkelmann, für uns Hartz IV“ – schrieben sie zu Wochenbeginn auf ihre Demo-Plakate und brachten damit auf den Punkt, was dann auch CDU-Mann Laumann gegenüber dem „Handelsblatt“(kostenpflichtig) ausspricht: „Das ist Gift für das Klima im Unternehmen und es ist Gift für das Gerechtigkeitsempfinden in unserem Land.“ Parteifreund und CDU-Mittelstandschef Carsten Linnemann sieht durch derlei immer wieder von Aufsichtsräten abgesegnete Regelungen die Grundfesten des Wirtschaftssystems in Frage gestellt: „Die soziale Marktwirtschaft lebt davon, dass es Anstand und Verantwortung bei den Handelnden gibt.“


Auch der Air Berlin-Anteilseigner Etihad ist an dieser Entwicklung beteiligt – nicht nur mit einer „stürmischen Landung“ in Düsseldorf …

 


Blogbalken
Autor: Wolfgang Gärtner (WG) – Stand: 10.2017