Gestalter und ihre Werke: Alessandro Mendini

 

Bunt und fröhlich: Memphis im Doppelpack. In der RP – Düsseldorfer Kultur vom 20. Dezember 2016 habe ich … (WG)


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Alessandro Mendini (2008)

Alessandro Mendini (* 16. August 1931 in Mailand) ist ein italienischer Designer und Architekt. Er spielte eine wichtige Rolle in der Entwicklung des Designs in Italien. Er arbeitete, neben seiner künstlerischen Karriere, auch als Verleger der Zeitschriften „Casabella“, „Nodo“ und „Domus“.

Leben

Alessandro Mendini studierte Architektur am Polytechnikum Mailand und graduierte 1959. In den siebziger Jahren war er eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Protestbewegung des „Radical Design“. 1973 war er Gründungsmitglied der Gruppe Global Tools, 1979 wurde er Partner von Ettore Sottsass und Michele De Lucchi im neugegründeten Studio Alchimia. 1982 war er Mitbegründer der ersten postgradualen Design-Schule Domus Academy in Mailand. 1989 gründete Mendini zusammen mit seinem Bruder Francesco das Studio Mendini.

Mendini war Chefredakteur der Architekturzeitschrift Casabella (1970/76) und von Modo (1977/81) sowie Herausgeber des Magazins Domus (1979/85).

Wirken

Mendini war Trendsetter seiner Zeit, und seine Arbeit versuchte Kunst, Architektur und Design miteinander zu verbinden. Zusammen mit anderen italienischen Designern entwickelte er das sogenannte „Banal Design“, indem er Alltagsobjekten mit Hilfe von innovativen Farben und Formen ein neues ironisches Erscheinungsbild verschaffte. Mendini nannte diesen Vorgang re-design.

Um 1978 konzentrierte er sich auf das re-design von bekannten und berühmten alten Sitzmöbeln; so entstand in dieser Zeit ein re-design von Marcel Breuers Wassily-Sessel, Kandissi SofaPoltrona di Proust und dem klassischen Thonet-Stuhl.

Im Studio Mendini, das er zusammen mit seinem Bruder Francesco betrieb, entstand nach einem Auftrag von Frans Haks das Konzept für das niederländische Groninger Museum (Gemeinschaftsarbeit von Alessandro Mendini mit Philippe StarckFrank Stella und Michele de Lucchi) sowie der Paradise Tower in Hiroshima. Insbesondere das Groninger Museum wird eine der wunderbarsten modernen Architekturen der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts genannt und wurde auch als eine der ‘1001 Architekturen, die man vor seinem Tod sehen soll’, gewählt. Bei seinen Werken legte Mendini viel Wert auf Teamarbeit und bei deren Realisierung der Projekte arbeitete immer in Kooperation mit anderen Gastarchitekten.

Die Swatch Uhr GZ121 Lots of Dots(1992) war das zweite Club-Special und wurde von Alessandro Mendini kreiert.

Anfang der 1990er Jahre kreierte Mendini einige Modelle für Swatch, darunter das 2. Clubspecial Lots of Dots, welches in eindrücklicher Art seine Interpretation des Stils des Pointillismus widerspiegelt. Zu seinen Kreationen gehört auch der Korkenzieher Parrot.

Der historische Wert von RAMUNs Amuleto-Entwurf aus dem Jahr 2010 liegt darin, dass die ringförmige Lampe die Vorzüge von LEDs maximiert und für eine gleichmäßigere Beleuchtung sorgt, die Funktionsweise der Lampe durch die Verwendung transparenter Materialien betont wird und durch eine gezielte Farbkombination, als Teil der minimalistischen Struktur bestehend aus Kreisen und Linien ohne jegliche Kabel oder Federn, ein humanistisches Gefühl hervorgerufen wird. Dank ihres wunderschönen Designs und ihrer überlegenen Leistung ist die Lampe in der Pinakothek der Moderne, einem der weltweit bekanntesten Museen für zeitgenössische Kunst in München, permanent ausgestellt.

Projekte

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Memphis (Design)

Die Mailänder Gruppe Memphis war ein 1980 [1] gegründeter Zusammenschluss von Möbel-, Textil und Keramikdesignern.[2] Ebenso bezeichnet Memphis die Kollektion der Gruppe sowie deren Firma (1981-88). Ähnlich der Vorgängerbewegung Studio Alchimia brach Memphis mit den vorherrschenden Regeln des Funktionalismus. Im Gegensatz zu Alchimia wollte Memphis jedoch aus der internationalen Anerkennung des Italienischen Anti-Designs Profit schlagen und seine Produkte gewinnbringend vermarkten.[3]

 

Objekte der Memphis Group

Die ehemaligen Studio Alchimia Mitglieder Michele De Lucchi und Ettore Sottsass wandten sich, erbost über die Selbstherrlichkeit der Industrieauftraggeber, mit ihrer Gruppierung gegen die gängige Praxis, dass allein Auftraggeber über das Was, Wann und Wie von Produkten bestimmen konnten. Mit ihren individuellen künstlerischen Impulsen, die dennoch von einer gestalterischen Systematik und Regelhaftigkeit gebrochen wurden, irritierte und verstörte die Mailänder Designgruppe die internationale Szene nachhaltig.

Die vordergründige Funktionalität von Designobjekten stellte Memphis radikal in Frage. Alltagsformen wurden positiv, lustvoll und phantasievoll interpretiert. Im Vordergrund steht das Möbel als Ikone mit hohem Wiedererkennungswert. Möbel wurden aus elementaren Formen (Kegel, Kugeln, Pyramiden, Würfel) zusammengesetzt und mit grellen Kunststofflaminaten beschichtet. Die unverwechselbare Optik der Memphis-Entwürfe sorgte für eine weltweite Verbreitung, die meist auf Hochglanz-Magazine, Museen und Privatsammlungen begrenzt war.

Memphis versuchte verschiedenste, internationale, kulturelle Einflüsse in sein Design zu integrieren. Die stilistisch vielfältig gestalteten Objekte sollten überall auf der Welt Absatzmöglichkeiten finden. So wurde Memphis auch, in Bezug auf die Designrichtung der 30er Jahre, ironisch als New International Style bezeichnet.[4]

Namensgebung und Geschichte

Im Dezember 1980 organisierte Ettore Sottsass in seiner Wohnung ein Treffen mit einigen befreundeten Jungdesignern, bei dem sich die Gruppe Memphis gründete. Unter den Anwesenden befanden sich unter anderen Michele De LucchiMatteo Thun und Barbara Radice. Während des Treffens lief der Bob Dylan-Song Stuck Inside of Mobile with the Memphis Blues Again.[5] Sottsass schlug „Memphis“ als Namen für die neue Formation vor, da Memphis einerseits für die alte Ägyptische Herrscherstadt stehe, andererseits für die Stadt in Tennessee, USA, die untrennbar mit Rock’n’Roll und dem Namen Elvis Presley verbunden sei.

Am 18. Dezember 1981 wurde die erste Memphis-Kollektion in Mailand präsentiert und vom Publikum begeistert aufgenommen. Die Ausstellung umfasste insgesamt 31 Möbelstücke, elf Keramiken, drei Uhren und zehn Lampen.[6] Neben den ehemaligen Alchimia Mitgliedern Sottsass, de Lucchi und Andrea Branzi steuerten zahlreiche internationalen Architekten und Designer, unter anderen Matteo ThunArata IsozakiMichael GravesShiro KuramataJavier MariscalNathalie du Pasquier und Hans Hollein Entwürfe zu Memphis‘ Kollektionen bei.[7]

Im Jahr 1986 formierte sich die 2. Generation von Memphis Designern 12 New bestehend aus 12 unbekannten jungen Designern, unter Ihnen Massimo Iosa Ghini und Shuji Hisada. Da die Popularität unter dem negativen Einfluss von vielen schlechten Kopien spürbar abnahm löste sich die Gruppe 1988 auf.

Michele de Lucchi, Stuhl First für Memphis, 1983

 Martine Bedin, Lampe Super für Memphis, 1981

Werke

In dem von Ettore Sottsass 1980-81 entworfenen Regal Carlton (ital. mobile divosorio) vereinen sich zahlreiche für Memphis typische Stilelemente: die bunt laminierten Regalböden, der fast völlige Verzicht auf rechte Winkel, die verspielte Ästhetik und das unzweckmäßige Design verwischen die Grenze zwischen Möbelstück und Plastik. Das vollständig zerlegbare Regal ist eines der bekanntesten Memphis Designobjekte und wird bis heute hergestellt. [8]

Kritik und Bedeutung

Die Entwürfe Memphis‘ markieren das Ende und den Höhepunkt der Italienischen Anti-Funktionellen Designbewegung seit den 60er Jahren. Die Gruppe etablierte eine ungekannte stilistische Beliebigkeit und brach endgültig mit den im Design vorherrschenden Doktrinen Form Follows Function oder less is more[9]

Vor allem in Deutschland, dessen professionelle Designszene damals vorwiegend durch Absolventen der Hochschule für Gestaltung Ulm geprägt war, stieß der „Abweg“ der „Memphis“-Designer zunächst auf blankes Entsetzen. Nach der ersten Phase erbitterter Ablehnung versuchten einige Ex-Ulmer jedoch eine vorsichtige Annäherung, in dem sie die Elementar-Formen und Schockfarben in abgeschwächter Form für eigene Entwürfe nutzten. Andererseits ermutigte „Memphis“ eine ganze Generation von deutschen Jungdesignern, die als Neues deutsches Design ebenfalls nach alternativen Inhalten, Produktions- und Vertriebsformen suchten.

Geschaffen in den 1980ern, erlangte der quietschbunt geometrische Stil seine größte Popularität in den 1990ern, wo er als weitgehend akzeptierte Popkultur starken Einfluss auf das Design von Möbeln, Architektur und Haushaltsgegenständen nahm.

Wichtigste Vertreter

Ettore SottsassMichele De LucchiAldo CibicMatteo ThunMartine Bedin

Diese Seite wurde zuletzt am 7. November 2016 um 11:24 Uhr geändert.
Autor: Wolfgang Gärtner  –  Stand: 12.2016

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