Gestalter und ihre Werke: Carl Dau

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da 11: Dieses Armband besteht aus 15 Gliedern incl. Verschluss, die Glieder haben einen Durchmesser von 4 mm und eine Länge von 10 mm, Material: Gold 750/f, Edelstahl, Titan

Es ist 1985/86 auf der Königsallee in Düsseldorf gewesen. In einem Schaufenster sah ich erstmals bewusst den Schmuck von Carl Dau. Das edle Material, die schlichte Formensprache, die dezente Farbgebung und die bis ins letzte ausgefeilte Verarbeitung haben mich nachhaltig überzeugt. Und durch meine geliebte Trägerin dieses Schmuckes wurde daraus eine perfekte Steigerung meiner Wertschätzung …

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Später habe ich Carl Dau auch einmal kurz persönlich kennengelernt – und mein Eindruck von der Person haben meine Einschätzungen mehr als bestätigt.

Heute nun stelle ich durch diese Recherchen  fest, dass nicht nur der prägnante Schmuck, sondern schon in einer Zeit vor seiner Schmuckherstellung und seit 2010 jetzt wieder auch beeindruckende Objekte den Schaffensbereich von Carl Dau ausmachen.

Nachfolgend habe ich für Sie als Interessenten zusammengetragen, was ich über Carl Dau recherchiert habe und was er selbst, aber auch andere Personen und Institutionen berichten und darstellen.

Carl Dau (Wikipedia) (* 30. November 1942 in Thorn) ist ein deutscher Designer.

Leben und Arbeit
Carl Dau wuchs in Brandenburg auf. 1960 beginnt er eine Seemannsausbildung in Bremen, danach fährt er vier Jahre bei der Handelsmarine.[1] Mit 23 Jahren begann er die Goldschmiedelehre. 1972, unmittelbar nach der Meisterprüfung an der Zeichenakademie Hanau,[2] ging er nach Berlin, um an der Hochschule für Bildende Künste ein weiteres Studium im Rahmen der Begabtenförderung im Handwerk zu absolvieren.[3] Parallel zu diesem Studiengang baute er in Berlin eine erste eigene Werkstatt auf[4][1] und wurde Lehrer an der berufsbildenden Schule für Goldschmiede.[1][4] Schließlich folgte zwischen 1976 und 1978 ein dritter Studiengang, ebenfalls an der Hochschule für Bildende Künste, diesmal jedoch im Bereich Industrial-Design.[1][4]

1980 gab er den Lehrerberuf auf und machte sich selbständig.[1] In den ersten Jahren seiner freischaffenden Tätigkeit arbeitete Carl Dau allein und konzentrierte sich auf größere Objekte.[1][2]

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1983 verließ er das Schaffensgebiet der Objektkunst. Von diesem Zeitpunkt an widmete er sich und seine Arbeit ausschließlich dem Schmuck.[1]

Der Serienschmuck
Carl Dau hat während der Zeit seiner freischaffenden Tätigkeit eigentlich nie am Unikat gearbeitet. Seine Ambitionen waren immer auf die Serie gerichtet, wenn auch der Begriff der Serienmäßigkeit in der Zwischenzeit durchaus modifiziert und präzisiert wurde.[1]

Die ersten Serien, die Anfang der achtziger Jahre entstanden, waren grafisch dominiert. Sie atmen noch deutlich Nachklänge der Objektkunst und erscheinen nicht selten wie kultivierte, verkleinerte Wandobjekte. Bevorzugte Formen waren Kreis, Dreieck und Quadrat die in unterschiedlichen Materialkombinationen und mit sehr verschiedenen grafischen Strukturen angeboten wurden.[1]

Zwischen Unikat und Konfektion
Seit 1996 arbeitet Carl Dau mit seinem Team im Werkstatt- und Atelierhaus in Berlin.[4]

Im Gegensatz zur handwerklichen Fertigung wird, indem viele Teile bezogen werden, kompromisslos auf die Leistungsfähigkeit moderner Maschinen, auf die Präzision und das immer gleiche Erscheinungsbild der maschinellen Erzeugnisse gesetzt. Im Gegensatz zur industriellen Fertigung aber, wo in weiten Bereichen immer noch eine quasi-handwerkliche Formensprache gepflegt wird, wird hier die maschinelle Teilefertigung nicht verschleiert, sondern sichtbar gemacht.[1]

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Was seine Arbeiten von künstlerischen Unikaten unterscheidet, ist die scheinbar entpersönlichte Sachlichkeit der Lösungen sowie die von Zufällen und Emotionen befreite Gestaltung der Teile. Sicher entspricht diese Gestaltungsweise den Ambitionen des Gestalters; sie folgt aber vornehmlich und mit zwingender Notwendigkeit aus dem Seriencharakter dieses Schmucks.[1]

 

 

 

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Im Gegensatz zum üblichen Serienschmuck sind Daus Arbeiten jedoch geradezu Lehrbeispiele für Werk- und Materialgerechtigkeit.
Seit 2010 widmete sich Carl Dau, parallel zu der Schmuckgestaltung, der Kreation und Herstellung von Wandobjekten.

Auszeichnungen
1983 Preis des Landes Berlin
1987 Hessischer Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk
1988 Staatspreis des Landes Baden-Württemberg

Museen und Sammlungen (Auswahl)
Kunstgewerbemuseum Berlin
Goldschmiedehaus Hanau
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
MAK – Museum für angewandte Kunst Frankfurt

Weblinks
www.dau-berlin.com  (bitte aufrufen)
www.artaurea.de  (bitte aufrufen)

Einzelnachweise
 C.F.Dau: Design Classics, The Rings. Verlag form, ISBN 3-931317-69-2
Schmuck-Design der Moderne. Arnoldsche Verlagsanstalt, ISBN 978-3-89790-292-3
Jahrbuch Selection 99. Schmuck, Uhren und Objekte. Design Zentrum Nordrhein Westfalen
Interview Carl Dau. In: Schmuckmagazin, 1/2004
(Ende Wikipedia)

 

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Carl Dau und sein Team

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Carl Dau Werkstatt- und Atelierhaus

Carl Dau Schmuck: Die Schmuck-Kollektion besteht aus Anhängern,  Ketten,  Ohrschmuck, Ringen,  Armbändern, Armreifen, Manschettenknöpfen und Krawattenklammern.
Die verwendeten Materialien Stahl, Gold, Silber, Titan und Platin.
Dem Stahl gilt die besondere Zuneigung und wurde von Carl Dau, der als einer der ersten Schmuckdesigner mit Stahl eine eigenständigen Kollektion erstellte.
Gold wird grundsätzlich in dem hohen Feingehalt von 750/000 verwendet, immer massiv und oft kombiniert mit Stahl, Titan oder Silber.
Silber ist strahlend weiß und wird als hellste Farbe im Schmuck eingesetzt.
Da Titan viel leichter als Edelstahl ist und eine deutlich dunklere, graue Farbe hat, werden schwere Stücke, z.B. manche Armreifen und Ketten aus Titan gefertigt, um sie leichter zu machen und einen Farbkontrast zu bilden.
Es ist ein gutes Gefühl, ein Schmuckstück aus Platin in die Hand zu tragen, denn Platin begeistert immer wieder durch die schöne graue Farbe und das hohe Gewicht.

 

 

Carl Dau Objekt-Arbeiten:
Serienkunst
„Ich stehe nicht allein, wenn ich alle unwägbaren und damit unwiederholbaren Regungen von Bauchgefühl und Herzenswallung in der Kunst ablehne.
Meine Kompositionen sollen bis ins letzte Glied mathematisch auszumessen und damit durchschaubar und nachvollziehbar sein.
Sie sollen nichts verheimlichen. Sie spielen mit offenen Karten.
Jedoch: auch in diesen streng konstruktivistischen Gebilden der farbigen Flächen und des Raumes bleibt ein rein gefühlsmäßiger Anschlag, der die farbigen Elemente in Schwingung hält, und der zu einer komplexen, individuellen Einheit führt.
Hier stimmt der Satz: „mehr als die Summe seiner Teile.“
Die einzelnen Elemente sind klar und einfach, und bevor sie in einer Komposition münden, geht ihr gefühlsmäßiger Anschlag durch den Filter der Vernunft.
So wird jedes Element nachvollziehbar und ausmessbar.
Daher die exakte Planung solcher Kunstwerke und daher die Möglichkeit, sie in beliebiger Anzahl serienmäßig herzustellen.“    Carl Dau

Das Sortiment von Carl Dau wird von ausgesuchten Juwelieren und Goldschmieden sowie designorientieren Einzelhändlern vertreten, damit eine freundliche und umfassende Beratung, sowie eine Präsentation der Produkte in einem modernen Umfeld gewährleistet ist.

Durch diese Recherchen habe ich meine Kenntnisse über die Arbeiten von Carl Dau und seinem Team auffrischen und deutlich erweitern können. Ich hoffe, auch Ihnen damit neue Einsichten zu vermitteln.

Autor: Wolfgang Gärtner

Blogbalken
Stand: 03.2016

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